Finanzielle Bildung und Gleichstellung der Geschlechter: Fondazione Arezzo Innovazione präsentiert die Ergebnisse der europäischen GBFE-Studie

Die geschlechtsspezifische Kluft bei familiären finanziellen Entscheidungen und der Unabhängigkeit von Frauen stellt auch heute noch ein erhebliches Hindernis für die wirtschaftliche Autonomie von Frauen in Europa dar. Laut dem Global Gender Gap Report 2023 des Weltwirtschaftsforums bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede bei der wirtschaftlichen Teilhabe und den Chancen von Männern und Frauen, mit besonders deutlichen Auswirkungen auf die am stärksten benachteiligten Gruppen.

„Finanzielle Bildung für Frauen ist nicht nur eine Frage der Gleichstellung der Geschlechter, sondern ein grundlegendes Element für die nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinschaften“, sagt Marco Morbidelli , Präsident der Fondazione Arezzo Innovazione , die das Projekt fördert. „Unser Engagement für dieses Projekt entspringt dem Bewusstsein, dass die Bereitstellung von Werkzeugen für Frauen zur klugen Verwaltung ihrer wirtschaftlichen Ressourcen eine Investition in die Zukunft der gesamten Gesellschaft ist.“

Um dieser Herausforderung zu begegnen, führte das vom Erasmus+-Programm der Europäischen Union geförderte Projekt „Gender Balance in Financial Education“ (GBFE) eine eingehende Analyse des Weiterbildungsbedarfs benachteiligter Frauen in vier europäischen Ländern durch: Österreich, Bulgarien, Italien und Spanien. Die von der Fondazione Arezzo Innovazione in Zusammenarbeit mit OpenCom und anderen europäischen Projektpartnern koordinierte Studie umfasste eine quantitative Umfrage mit 165 Teilnehmerinnen, die Wissen, Verhaltensweisen und Einstellungen im Finanzbereich untersuchte.

„Die Ergebnisse unserer Forschung zeigen ein komplexes Bild, das gezielte und differenzierte Interventionen erfordert“, erklärt Erina Guraziu , Forscherin bei OpenCom und Co-Autorin der Studie. „Wir stellten fest, dass grundlegende Bankinstrumente zwar weithin bekannt sind, bei komplexeren Finanzinstrumenten jedoch eine erhebliche Wissenslücke besteht. Diese Lücke ist besonders ausgeprägt bei Frauen mit niedrigerem Bildungsniveau, was auf die Notwendigkeit inklusiver und personalisierter Schulungsansätze hindeutet.“

Die Ergebnisse zeigen, dass 70,9 % der Teilnehmerinnen mit Bankomatkarten vertraut sind, aber nur 10,3 % etwas über Investmentfonds und lediglich 5,5 % über Zusatzrentensysteme wissen. Die Analyse verdeutlicht zudem einen starken Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Finanzkompetenz: Personen mit Universitätsabschluss kennen durchschnittlich 10,44 Finanzinstrumente, verglichen mit 1,61 bei Personen mit Grundschulabschluss. Besonders bedeutsam ist der Umgang der Teilnehmerinnen mit Finanzinformationen: 51,5 % informieren sich nur bei Bedarf, während 27,3 % sich nie zu Wirtschaftsthemen informieren. Diese Daten unterstreichen die Notwendigkeit, durch innovative und ansprechende Schulungsinstrumente ein aktiveres Engagement zu fördern. Die Studie hat es ermöglicht, konkrete Leitlinien für die Entwicklung wirksamer Schulungskurse zu entwickeln, die über Video-Tutorials und gezielte Lehrmaterialien umgesetzt werden. Diese Instrumente werden so konzipiert, dass sie den spezifischen Bedürfnissen entsprechen, die sich aus der Untersuchung ergeben haben, mit dem Ziel, die finanzielle Autonomie benachteiligter Frauen im Einklang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030 zu stärken.

Basierend auf diesen Ergebnissen wird das GBFE-Projekt in den kommenden Monaten eine Reihe innovativer Schulungsinstrumente entwickeln. Ein grundlegender Finanzbildungskurs, bestehend aus benutzerfreundlichen Video-Tutorials, wird kostenlos online verfügbar sein und mit visuellen Hilfsmitteln und Infografiken ergänzt. Die Herausforderung der Finanzbildung für Frauen erfordert kontinuierliches und koordiniertes Engagement. Das GBFE-Projekt zeigt, wie die europäische Zusammenarbeit die notwendigen Instrumente bereitstellen kann, um gezielte und wirksame Maßnahmen zur Förderung der finanziellen Inklusion auch für spezifische Zielgruppen zu entwickeln.

Die Studie kann kostenlos unter dem Link docsend.com/view/9nkuzf7q2iegzivc sowie über die Social-Media- und Webkanäle der anderen Projektpartner heruntergeladen werden: Markeut Skills (Spanien), ARISE (Österreich), Euro Education Bulgaria (Bulgarien).

Nach oben scrollen